Sonntag, 26. Februar 2017

Der Schatten




Wir dürfen lieben, was wir sind


„Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung.
 Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, 
genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt. 
Alle Dinge, die kleinsten und größten, die niedrigsten und höchsten, sind in dir vorhanden als ebenbürtig. 
Ein einziges Atom enthält alle Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes beinhaltet 
alle Gesetze des Lebens. In einem einzigen Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans. 
Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.“
                                                                                                    Kahil Gibran





 „Bin ich stark genug, im Sturm zu singen,
selbst wenn meine Angst mich ruft.“

schrieb Veronika und dieser Satz ließ mich nicht mehr los.
So ein starker Satz!
Und für mich hörte sich das, als eine Aufforderung: Bist du etwa nicht!? 
Worauf wartest du noch?

Es hat mich erwischt und umgehauen, wie sonst was.
Wenn dich etwas dermaßen aus der Bahn wirft, dann hat es mit dir zu tun. 
Das Thema beschäftigte mich seit Anfang des Sternjahres ohnehin mehr als sonst. 
In bestimmte Situationen zu kommen, die mir nicht gut tun, wollte ich nicht mehr.
Und ich wusste, ich muss lernen mit der Faust auf dem Tisch zu hauen und zu sagen: nein! Sich nicht alles gefallen lassen!





                                       


Bevor ich vorwärts gehe,
tue ich noch zwei Schritte zurück.


Wer kennt das nicht?
Eine bestimmte Situation, ein Auslöser und wir reagieren so, 
wie wir nicht reagieren möchten.
Aber wir reagieren dennoch. 
Und sind unzufrieden. 
Wir folgen einem Muster, der mit dieser konkreten Situation nichts zu tun hat, 
aber dennoch dieses Gefühl von damals, als wir noch klein waren, wird sofort aktiviert 
und wir folgen dieser unsichtbaren Spur.
Längst haben wir das Geschehen und die Situationen vergessen aber Gefühle, 
auch wenn die Jahrzehnte lang zurück liegen, 
sind unauslöschbar und quälen uns, oft ohne dass wir uns dessen bewusst sind, 
worum es geht.


Durchschaut und reflektiert habe ich es längst.
Und dennoch… das Wissen alleine reicht nicht.
Dem Wissen muss die Tat folgen.
Dazwischen liegt ein dünner Faden, der in die Vergangenheit führt und schon bist du nicht mehr im hier und jetzt…

Also Schluss damit!
Etwas fehlte mir noch, ein Körnchen Wahrheit.
Ich wusste, es gibt’s etwas, was ich noch nicht weiß und erfahren muss, 
damit ich den zweiten Schritt machen kann.
Ich wusste, ich finde es.
Und ich bin fündig geworden.


Ich denke in Bildern.
Und ein Bild war es, eine Zeichnung, die mich etwas gespiegelt hat.
Simpel.
Eigentlich war mir das nicht unbekannt.
Aber als Bild, als Zeichnung zu sehen, was mit mir in bestimmter Situation geschieht,   
war ein Aha-Erlebnis!
Durch-und-durch habe ich es begriffen:

Emotionale Freiheit

  Nicht auf die Emotionen eines anderen Menschen anzuspringen.
Egal, wie andere um mich herum sind, ich bleibe bei mir.







Unsere größten Ängste sind die Drachen,
die unsere größten Schätze bewahren
Rainer Maria Rilke




Wer mag schon sich selbst angucken, wenn das Leben nicht so will…
Wer mag in den Spiegel blicken, wenn das Leben wieder auf den Boden drückt?
Wer mag in den Spiegel gucken… womöglich sieht er sich selbst dort.
Womöglich begegnet er eigenen Schatten!
Oh, Schreck… sich selbst anschauen müssen!
So wie man ist!
Nein, das geht doch nicht!
Lieber weggucken und andere verantwortlich machen.


Schade.
Der Schatten wird größer und die Angst wird größer.

 
Link


Und das Leben erscheint so ungerecht und ungerecht, ein Weg ohne Ausweg…
Wieso, warum und warum passiert das mir?

Ha… dafür sorgen wir selbst.
Was sind wir denn?
Energie.

Und Energie hat eigene Gesetze und richtet sich nicht nach Kopfdenken.


Gefühle lenken uns.
 
Und am meisten, die, die wir nicht haben wollen.

Mir ging die Frage nicht aus dem Kopf:
Warum lieben wir Vintage?





                   
Shabby? Morbide? Derbe?
Warum?
Warum holen wir uns das ins Haus?
Warum finden wir das bei Anderen schön?
In Urlaub etwa?

Wir können uns der Wirkung alter Mauern, Fragmenten 
den abgeplatzten Lack nicht entziehen.
 Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, ist es Kaputtes und Defektes.
Morbide Schönheit!

Also etwas, was nicht mehr heil und nicht mehr ganz ist,
was  krank und kaputt ist, lieben wir… gerade deshalb, 
weil es krank und kaputt ist?!

Das, was fehlt, bewirkt,
das wie es schön finden.

Es hat Seele, sagen wir.
Es hat gelebt, sagen wir.

Es hat Charme, sagen wir.


Und ich frage mich, 
worin der Unterschied zwischen den Dingen und den Menschen besteht?
 
Link



Wenn wir Wunden tragen?
 Wenn uns etwas fehlt?
Wenn das Leben Spuren hinterlassen hat?
Wenn wir merken, hier und da sind wir anders?
Wenn wir Ecken und Kanten haben?
Was dann?

Mir geht die Frage nicht aus dem Kopf, 
warum wir uns dann selbst nicht lieben?

Wie???
Sollen wir öffentlich zugeben, dass uns etwas fehlt?
Dass wir nicht ganz sind?
Dass wir Ecken und Kanten haben?
Dass wir womöglich…anders sind?

Ohhh nein, das geht nicht!
Denken wir und paradoxerweise geht es uns nicht besser.
Und das Unterdrückte drückt schon sehr!

Und der Schatten wird größer und größer…

Und komischerweise, nachdem jetzt jeder, der das liest, weiß, dass ich noch lernen muss, nein zu sagen und auf dem Tisch zu hauen…
fühle ich mich nicht schlechter und geringer damit.
Und die Krone ist mir aus dem Kopf auch nicht gefallen.

Im Gegenteil, damit fühle ich mich leichter und befreiter und vollständiger.

Diese „Schwäche“ muss nicht mehr im Keller des Unbewussten auf mich lasten 
und noch mehr Dunkelheit erzeugen.
Und hier nähere ich mich einer sehr in unserer Kultur heiklen Thema von

Gut und Böse

und möchte sagen, dass mir ein Bedürfnis ist, aus dem Schlamassel rauszugehen.
Aus dem Schlamassel, welches meine Eltern und Großeltern kannten,
genauso, wie meine Ahnen und Ur - Ahnen vor Jahrhunderten.

Gut und Böse, also bin ich gut oder bin ich böse?
Und wenn ich nicht Gutes tue, dann tue ich Böses?
Wer möchte schon nichts Gutes tun?
Wer möchte freiwillig Böses tun?
Kann ich Gut und Böse voneinander trennen… wie eine Semmel durchzuschneiden?
Was ist Gutes und was ist Böses?
Kann man es definieren?
Und wer fühlt sich dazu berechtigt, ein Urteil abzugeben?

Ist Gutes nur gut?
Ist Böses nur böse?
Kann Gutes auch böse sein?
Kann Böses auch gut sein?





Bei den letzten vier Zeilen bin ich jetzt und mir ist bewusst, 
dass dies keine leichte Kost für meine Follower ist
dennoch ich bleibe bei mir.




 Eure Grażyna






Alle Texte, Bilder und Designs auf diesen Seiten, wenn nicht anders gekennzeichnet sind mein Eigentum.
Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung bedürfen meiner schriftlichen Zustimmung.
Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist der jeweilige Anbieter der Seiten verantwortlich.