Freitag, 30. März 2018

Der Fisch, die Keimlinge und die Umkehr




Es ist bereits geschehen


Liebe Freunde,
in den letzten Tagen habe ich immer wieder zu dem Bleifisch gegriffen,
ohne bewusst den Grund zu wissen, als ob die Hand dem Kopf sagen wollte: 
„Verstehst du es?“

… aber, was hat das mit Keimlingen zu tun???
Das möchte ich euch erklären, aber der Reihe nach...





Plötzlich, heute, wie aus dem heiteren Himmel leuchtete mir ein!

Umkehr!
Und die ist schon voll im Gange.

Habt ihr auch am Sylvester Bleigießen gemacht?
Den alten Brauch wollten wir mit lieben Freunden am Leben erhalten und pflegten am Sylvester Abend diese alte Tradition, um mittels dieses Symbols kurz Revue passieren zu lassen und eine Einblick ins das neue Jahr zu erhaschen.
(Ab 2018 verbietet EU Bleigießen, aber mit Wachs funktioniert das auch wunderbar.)

An besagten Sylvester Abend war der Fisch mein Orakel. Übrigens bei Bleigießen entstehen nicht selten Fische, aber… Fisch ist nicht gleich Fisch.




Und heute Vormittag war mir blitzartig klar, was so besonders an diesem Fisch war.
Es war sein „Kopf“, der nicht auf einer Achse mit dem Körper schwimmt.

Er wechselt Richtung, er wendet.
Umkehr.

Und was noch so besonders daran war - gedeutet habe ich es zwar heute erst, aber die Wende hatte schon im Februar seinen Lauf genommen.
Ich musste schmunzeln und ich habe den Kopf geschüttelt und es fühlte sich gut an, 
es zu erkennen und es fühlte sich gut an, auf diesem Wege zu sein.

Diesem neuen Weg zu betreten, zu erforschen, 
zu lernen, zu staunen, zu wissen.





Vielleicht waren hier auch die alten Bretter am Werk, die eine Öffnung 
und eine Veränderung in mir bewirkt haben?




Diese wundervollen alten Shutters habe ich bei der lieben Ursula noch im Spätherbst 
letzten Jahres gefunden,  nachdem ich vergeblich das ganze Netz durchsucht habe.


Und da waren die, die Schönen.


Diese Schlichtheit war es, die mich fasziniert hatte.
 




Mitte Februar hatte der liebe Thomas die Bretter in der Küche eingebaut.








Wie auf den Bildern deutlich zu erkennen, waren die beiden Shutters zu schmal für das Fenster, deshalb hatte er den alten Fensterrahmen von beiden Seiten mit Holzbalken „verlängert“ und auch in der Mitte, damit die Bretter da auch gut zusammenpassen, schmale Leisten eingebaut. So hatte er die zu kleinen Bretter passend gemacht.





Beim Patinieren habe ich versucht die alte Patina zu erhalten und ganz besonders bin ich von der Rückseite begeistert, die so schlicht und ergreifend gebaut ist!














So schlicht, so schön und unwiderstehlich!

Liebe Ursula, was bin ich froh, diese Schönheiten bei dir gefunden zu haben:)
















 
Wie ich den Kronleuchter gemacht habe, könnt ihr hier nachlesen.





Nicht mal zwei Jahre sind seitdem vergangen und in der kleinen Wohnung so viele Veränderungen eingetreten sind.
Manchmal kann ich selbst kaum glauben.

Jetzt nähern wir uns langsam dem Geheimnis der Fische.
Was haben Fische mit Keimlingen und Gekeimten zu tun?
Die Küche, der Kronleuchter, das Licht…
                 Oh jaaa, mir ist im Februar ein Licht aufgegangen.                
Wie zum Imbolc passend, fällt mir gerade ein.





Das Licht, welches aufgegangen war, war… Wasser!
Und schon wieder sind wir bei dem Fischen und ihren Element.





Wasser, Lebenselixier!
Es fing mit meinen Haferflockenbrei zum Frühstück an.
Die wollte ich nicht mehr, von der Industrie, auch wenn es Bioqualität ist, vorgesetzt bekommen. Erhitzt, wegen der Haltbarkeit und somit tot, Vitamine, Spuren und Mineralien abgetötet, und das Ganze noch alt… nicht frisch gequetscht eben.

Und dann zog der kleine Helfer hier ein.
Die wunderbare Kornquetsche.

Haferflocken selbst frisch gequetscht.










Ich hatte die zwar frisch gequetscht, aber da war noch die Sache mit den Körnchen.
Hmm… die gekauften Körnen… schlafen quasi noch und an sich sind total ungenießbar und nicht lebendig.

Das wusste ich auch seit drei Jahren, seit dem ich bei der lieben Méa über das Einweichen und das Keimen der Getreide gelesen habe und mich weiter dazu informiert habe. Das meinte ich damals auch verstanden zu haben, nun… die Arbeit, so viel Arbeit: einweichen, keimen lassen, trocknen, puhh – was für ein Aufwand und wann habe ich Zeit dafür.

So dachte ich damals.

Ich habe nichts verstanden, ich habe nicht begriffen, worum es hier überhaupt geht. 
Wie naiv war ich. Und wie dilettantisch.

Heute weiß ich, Getreide nicht einzuweichen und nicht keimen zu lassen, 
bedeutet das Leben im Korn zu ersticken.
Und mit dieser neuen Bewusstheit ist mir das Einweichen, Spülen, und Trocknen kein zu großer Aufwand mehr.






Und die Zeit?
Ja, plötzlich ist auch die Zeit da, weil ich verstanden habe, was dahinter steckt und was es für mich und für mein Leben bedeutet.
Aus dem schlafenden Korn wird ein wachsendes Gemüse.
Lebendiges, pulsierendes Superfood.















Und dieser Aufwand, welcher keins mehr ist, fühlt sich so gut an, so natürlich, 
als ob schon immer zu meinen Leben gehört hätte.
Ich habe das Netz durforscht und viele tolle Infos, Wissenschaftliches und

Gelebtes dazu gefunden. Netz ist voll davon.

Manches sprach mich mehr, manches weniger an.
Da muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er geht.

Diesen YouTube Beitrag, der  eine große Inspirationsquelle für mich ist, mag ich sehr.

https://www.youtube.com/watch?v=vDTIiBgia7M&t=1736s 













Ein Keimling im wahrsten Sinne des Wortes ist der März für mich.

 

 

 

Nachtrag

Ich bin gefragt worden, ob ich, nachdem die Shutters eingebaut worden sind, 
meine Fenster öffnen kann.

Ja, ich öffne die genauso, wie vor den Shutters.
Ich wohne im einen historischen Gebäude, mit originalen Fensterrahmen. Damals hat man noch die Abstände zwischen den Fenstern und den Rahmen anders und großzügig gehalten.
 

 

So sieht es in der Küche aus, wenn die Körner zum Trocknen ausgebreitet sind. 
Hier mein gekeimter Reis, der morgen für ein paar Wochen ins Glas kommt.



 

 

Ich wünsche Euch, meine Freunde, gute Zeit, schöne Feiertage und einen blühenden April:)))


Eure Grażyna
https://www.pinterest.de/grazyna_jansen/
Quelle:etherealthoughts.tumblr.com
 Möchtet ihr wissen, wohin das Türchen führt? Hier ist der Schlüssel. 
Ihr werdet zu meinen Gärten, wie ich die nenne, auf Pinterest gelangen, die einige der Schätze meiner inneren Kammer bewahren.

Wenn ihr euch dort zuhause fühlt, folgt mir einfach. 
Ich freue mich auf Euch!









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Kommentare:

  1. Liebe Grażyna, ich habe Deinen beitrag gern gelesen. Bei mir keimt auch so allerhand, allerdings kein essbares Samenkorn ;)
    Hab weiter eine schöne und in deinem Fall keine keimfreie Zeit, Ulla

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  2. Liebe Grażyna,
    ich habe deinen Post gelesen und er hat mich regelrecht entführt - in eine andere Welt. Eine Welt die so wunderschön ist - als wäre die Zeit einen Moment völlig stillgestanden. Die Bilder von deinem traumhaft schönen Raum und die alten, wunderschönen Shutter, der Kronleuchter - Inspiration pur. Bei den Keimen musste ich dann lachen, denn erst gestern sind mir meine Weizenkeime in der Küche ins Blickfeld gerückt - um Weizengras für Saft und Smoothies zu ziehen. Nun werde ich mich noch etwas weiter auf deinem Blog umsehen -spannend!

    Alles Liebe, Lill

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  3. Frohe Ostern, liebe Grazyna!
    Ich glaube, der springende Punkt beim Selbermachen ist - neben dem Wissen darum, was wirklich drin und dran ist und woher es kommt - vor allem dieses wahnsinnig gute Gefühl, das dabei entsteht. Diese Befriedigung, selber was getan zu haben, seine Zeit für was Wertvolles eingesetzt zu haben. Ganz egal, ob man nun Getreide keimen lässt, Seife siedet, eine Wand streicht oder sich einen Pulli strickt: Es ist durch die eigenen Hände entstanden. Das tut der Seele gut, grade in Zeiten, die von einem gierigen Konsum geprägt sind, einem Konsum, der wiederum das Selbstwertgefühl steigern soll und einem doch nur in eine Abwärtsspirale bringt.
    Ich wage zu behaupten, dass Selbermachen ebenso ein Leben besser macht. Ist es nicht so?
    Wir geniessen hier die Feiertage, gleich brunchen wir mit der Familie und blubbern einfach so durch die Zeit.
    Ich wünsch dir ganz viel Gemütlichkeit, mach es dir schön!
    Hummelzherzensgrüsse!

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  4. Ach, Grazyna, das Bild mit der Dunkelheit und dem Licht, das ist Tages- und Nachtgleiche, das ist sooo schön - ganz ergreifend. Und wie es bei uns nun keimt (Gut, der König mit seiner Grippe hat das mit den Keimen wohl eeetwas missverstanden, höhö), ist das nicht einfach die Wucht? Die können alle noch so sehr aus fernen Ländern Superfood anpreisen, ha, unser "Superfood" lebt hier und keimt sich eins :)
    Zur Zeit bin ich ganz beglückt mit Radischensprossen und wie immer meine Linsen, die sind unser aller ständiger Begleiter, esslöffelweise in großem Mengen im Salat, yummmmiiiie. Sie sind aber auch so dankbar und gelingen immer.
    Ich habe derweil den Klunkerleuchter für Faye fertig, um wenigstens etwas von den Feiertagen zu haben, das ist ganz schön prächtig hier, es funkelt ganz seelenvoll.
    Sei noch schön unternehmungslustig, meine Liebe, Du weist ja, ich bin ein wenig ausgebremst, schnief, ich gehe heute wieder unter die Netzknüpferinnen, lass Dich lieb umarmen, bis ganz baldigst, Deine Méa

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    1. Du, hab ich ganz vergessen, das mit dem Fischlein!!! Ja, klar, grandios - es findet eine neue Richtung? Oder glatt die Richtung von ganz früher, doch nun mit dem Wissen, dass die jetzige nicht angemessen war, nicht förderlich? Ist es das?
      Erst mal woanders ausprobieren, um dann grinsend zum Ursprünglichen zu finden, zum echten und wahren Kraftquell? Mit den WISSEN, DAS ist es und man lässt sich nicht mehr trügen und verlocken von all dem Hohlen und Unnatürlichem?
      So wunderbare Anregungen in Deinem Post :)) Nochmal Danke dafür

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  5. Liebe Grazyna,
    wünsche Dir noch eine schönes Osterfest!
    Also ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, ich lese Deinen Blog auch schon so lange und habe die Veränderungen in Deiner Wohnung mit verfolgt. Und der Unterschied ist gewaltig. Du solltest mal Bilder vor und nachher posten. Auch wenn ich nicht immer einen Kommentar abgebe, lese ich Deine Post.
    Die Fensterläden hast Du toll hin bekommen, Respekt auch an den Thomas, das ist ein richtig guter Handwerker, da kann die Mea stolz sein.
    Die Farbunterschiede von dem neuem Holz zu den alten Fensterläden kann ich überhaupt nicht mehr erkennen so gut hast Du das gemacht. Das passt jetzt wirklich alles gut zusammen. Sag mal bekommst Du jetzt Deine Fenster noch auf ? Das könnte ich so bei mir nicht machen. Ich würde die Fenster nicht mehr aufbekommen, wenn da jetzt ein Holz davor ist.
    Aber das gefällt mir so gut, dass sie ganz schließen. Ich habe auch welche am Fenster, aber die schließen nicht, weil die Fenster auch zu breit sind.
    Also ihr zwei Mädels habt mich richtig angesteckt mit den Fensterläden. Ich habe so viele, doch ich stell sie so zu Dekoration auf.
    Aber ihr an unseren Fenstern ist es auch schwierig, da das Haus aus den 60iger ist und es passt einfach nicht so richtig. Finde ich. In einem alten Haus oder Wohnung sieht das toll aus.
    In meinem nächsten Leben wohne ich dann in einer alten Villa.
    Das mit den Keimlingen mache ich auch seit vielen Jahren, ich ziehe meine Sprossen von Bohnen oder Radieschen. Getreide habe ich jetzt auch noch nicht gemacht und auch keine Haferflocken.
    Aber ich esse auch keine Haferflocken, sorry erinnert mich immer an Babybrei. Auch wenn es gesund ist.
    Ich freue mich für Dich, das Du alles so gut gemacht hast und das es so schön geworden ist.
    Ganz liebe Grüße aus Bayern Ursula

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    1. Ursula, Liebes, ja ich öffne meine Fenster, wie vorher.
      Gucke nochmal in den Post, ich habe jetzt noch NACHTRAG geschrieben :))))))

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  6. Hallo liebe Grazyna,
    Danke für den Nachtrag, ich finde Deine Fenster mit den Rundbogen ein Traum.
    Und das Öffnen ist auch kein Problem super.
    Liebe Grüße nochmal Ursula

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  7. Liebe Grazyna,
    der Post gefällt mir sehr gut, besonders beeindruckt haben mich die alten Shutters, die sind genau mein Geschmack.
    Was Du über die Zeit geschrieben hast, finde ich auch sehr schön, ist das nicht auch eine Tätigkeit, die entschleunigt? Und ist sie nicht gerade deswegen besonders wertvoll?
    Gerade wenn es ums Essen geht sollten wir uns viel mehr Zeit lassen. Auch wenn ich in meinem ganzen Leben vielleicht nur 5 - 6 mal Fastfood gekauft habe, muss ich, was das Entschleunigen angeht noch viel lernen.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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